Im Rahmen der Besprechung von Paul Maars "Lippels Traum" haben Schülerinnen und Schüler der 6a Bilder gemalt und Fortsetzungen zu einzelnen Romanteilen geschrieben. Die Klasse steht über Internet mit dem Autor in Verbindung.

Materialien:

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1. Fortsetzungen des Romans (Schülerarbeiten)
2. eMails zwischen Autor und Schülern
3. Bilder zum Roman (Schülerarbeiten)

1. Fortsetzungen

A Der erste Traum

Der Prinz durfte von nun an eine Woche nicht mehr sprechen. Asslam wollte gerade hinaus gehen, um etwas frische Luft zu schnappen, als er plötzlich auf einer Treppenstufe ausrutschte und die restlichen Stufen herunter fiel. Dabei schrie er: “Ah! OH! Au!”
Weil der Prinz gesprochen hatte, ging der Fluch von seinem Lehrmeister Sindbad in Erfüllung. Wenige Sekunden später kamen die königlichen Mägde und Diener angerannt, um nachzuschauen, von wem die Schreie kamen. Als sie sahen, dass es der Prinz war, hoben sie den noch etwas benommenen Prinzen auf und brachten ihn in seine Gemächer. Plötzlich stand Lippel wie aus dem Nichts vor den Toren des Palastes. Der Junge klopfte leise an das Tor. Als sich nichts rührte, trat er mit dem Fuß gegen das Tor. Es öffnete sich einen Spalt breit und ein Auge blickte auf ihn und rief: “Was willst Du, Fremder?” Lippel machte eine tiefe Stimme und sagte: “Ich bin Lippel, ich will zu Sindbad, ich muss ihn unbedingt sprechen!” Der Wächter ließ ihn ein und führte ihn zu Sindbad. Lippel wurde in ein geheimnisvolles Zimmer geführt, wo nur einige Kerzen brannten. Der Wächter führte ihn zu einem Vorhang. Hinter diesem saß ein Mann im Schneidersitz vor einer Wunderlampe. Aber Lippel wusste natürlich, dass es eine Teekanne war, wie es in seinen Büchern stand. Lippel sagte wieder mit gesenkter Stimme: “Lippel ist mein Name. Ich muss mit Ihnen dringend reden.” Sindbad antwortete: “Na gut, es sei dir erlaubt.”Lippel fragte: “Ich hörte, der Prinz habe schon gesprochen. Was wird jetzt passieren?” Sindbad gab zur Antwort: “Es wird ein großer Krieg ausbrechen und es werden viele Krieger zugrunde gehen, wie es in den Sternen steht.” Lippel rief: “Ich danke dir, großer Sindbad.” Und der Junge verabschiedete sich.Er musste jetzt zum König, um ihn zu warnen. Lippel schmuggelte sich an den Wachen vorbei. Dann kam er in den Königssaal, einen riesigen Saal mit übergroßen Fenstern und Kronleuchtern aus Gold, Silber, mit Diamanten besteckt. Lippel ging um eine Ecke und sah weniger Meter vor sich den König auf seinem Thron sitzen. Ein roter Teppich führte zu ihm und auf beiden Seiten standen riesige Säulen. Lippel lief unaufgefordert nach vorne und kniete sich vor dem erstaunten Herrscher nieder und sprach: “Großer, mächtiger König, es wird ein Krieg ausbrechen und viele tapfere Soldaten werden ihr Leben verlieren”
Der König entgegnete: “Ach was! So ein Unsinn”" Die Wachen nahmen Lippel fest und ehe er sich rühren konnte, hatten ihn die Wachen schon gepackt.
Der König sagte: “Weil du bloß ein kleiner Junge bist, werde ich dich in den Kerker werfen. Falls du Recht haben solltest, werde ich dich wieder freilassen, doch falls du gelogen hast, wirst du wegen deiner Tat im Kerker verderben.” Und Lippel wurde weggebracht. Am nächsten Morgen wurde der Junge von einem Rumsen geweckt. Aus seiner Zelle konnte er erkennen, wie draußen vor den Toren schon bitter gekämpft wurde. Lippel erschrak von dem Öffnen seiner Zellentür. Ein Wächter stand vor ihm und sagte: “Geh schon, Kleiner, du bist frei.” Lippel rannte aus dem Palast sofort zum König, der sich auf dem Schlachtfeld befand, und fragte: “Könnt Ihr den Streit nicht friedlich regeln?” Doch da wurde Lippel plötzlich von einem Soldaten unterbrochen: “Der feindliche Herrscher verlangt einen Kampf auf Leben und Tod mit ihrem stärksten Krieger gegen einen unserer Krieger.” Der König kraulte sich den Bart und schaute zu Lippel: “Du wirst gegen den Feind kämpfen!” Nachdenklich machte sich Lippel mit einem Wächter auf den Weg zum Austragungsort. Er lag weit in der Wüste. Plötzlich steckte Lippel seine Hände in die Jackentasche und er fühlte etwas darin. Er zog seine Taschenlampe heraus und blickte auf sie. Da hatte er eine Idee. Als sie am Austragungsort ankamen, sollte der Kampf sofort beginnen. Auf Lippel kam ein riesiger Mann des feindlichen Heeres in voller Rüstung zu. Der Wächter sagte: “Viel Glück, Kleiner!” Und der Kampf begann. Blitzschnell holte Lippel seine Taschenlampe hervor und rief dem Krieger zu: “Wenn ich dich mit dieser Todeswaffe bestrahle, wirst du zerplatzen wie eine Seifenblase!” Der Krieger war groß und stark, aber recht dumm, und er glaubte diesen Blödsinn. Er rannte wie von der Tarantel gestochen davon und das Königreich war gerettet.
 

B Der erste Traum

Die Tür zum Thronsaal wurde aufgerissen und Sindbads Diener kam herein: “Wir wurden überfallen und ein maskierter Mann stach Sindbad das Messer in das Herz!”, berichtete er aufgeregt. Der König rief erregt: “Wer hat diese Schandtat begangen? Und wer lehrt jetzt meinen Sohn?” Der Diener zuckte ratlos mit den Schultern.
Da trat ein am Königshof unbekannter Mann ein. ,,Ich habe von dem Unglück gehört und will es wagen, den erhabenen König zu bitten, dass ich ,Osman, der neue Lehrer von Asslam werde.”
Der König erwiderte ,,Ich bin zwar noch in Trauer wegen des Todes meines Dieners Sindbad, aber vielleicht können wir es mit einer kurzen Probezeit versuchen.”
,,Ich danke dem weisen König für diese Ehre”, schmeichelte Osman.
Der König befahl: ,,Lasst meinen Sohn holen! Er soll seinen neuen Lehrer kennenlernen!"
Kurze Zeit später trat Prinz Asslam im Thronsaal ein. Osman warf sich nieder. “Geehrter Prinz! Dank eures gnädigen Vaters darf ich Euch ein paar Tage unterrichten, bis Euer neuer Lehrer fest steht!”
Der Prinz, der noch nichts von dem Unglück vernommen hatte, blickte ihn erstaunt an. So erzählte ihm der König, was vorgefallen war.
Osman und Asslam zogen sich ins Lehrzimmer zurück. Auf einmal flüsterte Osman vertraulich zu ihm: “Ich habe erfahren, dass Sindbad Ihnen befohlen hat, sieben Tage zu schweigen.” Da nickte Prinz Asslam und wunderte sich, woher Osman das wusste. Und der neue Lehrer gebot Asslam, noch ein Jahr nicht zu sprechen.
Dem König gefiel Osmans Unterricht, und dieser wurde von nun an Asslams Lehrer. Aber eines Tages wurde der Königssohn von seiner bösen Tante Elvira beschuldigt, des Königs Lieblingsbuch gestohlen zu haben. Dabei hatte diese es heimlich weggenommen, es an den Ecken angezündet und anschließend in dem Zimmer von Asslam und dessen Schwester Hamide versteckt. Der König ließ im ganzen Schloss nach dem Buch suchen. Einer der Diener fand es schließlich unter Asslams Bett. Da ließ der König nach seinem Sohn rufen. Asslam konnte sich nicht verteidigen, denn er durfte ja nicht sprechen. Der König befand ihn für schuldig, und er verbannte zornig seine Kinder und ließ Asslam und Hamide in den Kerker sperren.
Elvira war darüber glücklich, denn ab jetzt galt ihr Sohn Joschua als der zukünftige Herrscher. Asslam hatte ja in den Augen des Königs eine Straftat begangen.
Lippel, der die ganze Sache in einer kleinen Nische mitbekommen hatte, schmiedete kurzerhand einen Plan: Er bewarb sich als Gefängnishüter beim König und erhielt auch eine Anstellung. So konnte er sich mit Asslam und Hamide bekannt machen, und er erzählte ihnen, dass er ihnen helfen wolle, hier aus dem Gefängnis herauszukommen.
Nach drei Tagen befahl der König Lippel, die beiden Kinder auf den Markt zu bringen, um sie dort als Sklaven zu verkaufen. Er ließ sie aber noch von einer Wache begleiten. Natürlich hatten sich die Kinder darauf eingestellt und mit Lippel einen Plan ausgedacht.
Am nächsten Morgen brachen sie auf, um zum Markt zu gehen. Lippel gab Hamide und Asslam ein Zeichen. Hamide schlug dem Wächter gegen sein Schienbein, Asslam in den Bauch und Lippel mit der Faust in das Gesicht, denn so hatte er es immer in Kampffilmen gesehen. Der Wächter kugelte sich vor Schmerz am Boden.
Die drei Kinder rannten, so schnell sie konnten, los, quer über den Markt, und suchten ein Versteck. Dieses fanden sie in einer Herberge, und der Vermieterin konnten sie alles erzählen.
Als der König hörte, was geschehen war, raste er vor Wut. Sofort ließ er die drei im ganzen Königreich suchen. Die Vermieterin sagte aber kein Wort, als die Wachen sie fragten, ob sie Hamide, Asslam und Lippel gesehen hätten.
Nach einem Jahr und sieben Tagen, als Asslam wieder reden durfte, ging er zu seinem Vater und erzählte ihm, was wirklich vorgefallen war: “Sindbad hatte mir geboten, sieben Tage nicht zu sprechen, um Unheil vom Reich abzuhalten. In dieser Zeit wurde Sindbad von Osman im Auftrag von Elvira umgebracht. Elvira hat dein Buch entwendet und in meinem Zimmer versteckt, damit nicht ich, sondern ihr Sohn Joschua der Thronfolger wird.”
Der König ließ dann letztendlich Joschua, Elvira und Osman aus seinem Königreich verbannen. So wurde Asslam acht Jahre später der neue König.

C Der erste Traum

Asslam sprach nicht mehr. Der König wurde immer besorgter. Er ließ die besten Ärzte des Landes kommen, doch diese konnten keine Krankheit feststellen. Asslams Tante Elvira versuchte nun, dem König einzureden, dass sein Sohn nicht mehr zu retten sei und dass seine Stimmbänder gerissen seien.
“Mein Sohn ist als König besser geeignet”, erklärte sie. “Wir müssen deinen Sohn umbringen, um ihn von seinen Qualen zu erlösen.”
Da rief Lippel: “Das könnt Ihr doch nicht tun!”
Doch der König erwiderte gegenüber Lippel: “Dann wirst du mit ihnen getötet!”
Die Wachen ergriffen ihn und Asslam und brachten beide in den Keller. Dort froren beide sehr.
Nach einer Woche konnte Hamide, die bisher sicherheitshalber geschwiegen hatte, den Schlüssel des Gefängnisses finden. Sie band ihn Muck um den Hals, und dieser gelangte zu den beiden Gefangenen. Asslam und Hamide konnten heimlich das Gefängnis verlassen.
Weil Asslam wieder sprechen konnte, erzählte er alles seinem Vater, und der König befahl, Elvira einzusperren. Schließlich übernahm Asslam den Thron.
 

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