Englisch Kleeblatt in Marktbreit (LK Kitzingen)

Übergänge gestalten: Kooperation Grundschule – weiterführende Schulen
„Kleeblatt Englisch“
Fortbildungsveranstaltung am Gymnasium Marktbreit  am 27. April 2009
Leitung: Irma Amrehn - Rudi Schmitt -  Hans Seitz
Bericht: Andrea Lorey

Interessierte Lehrkräfte der Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien aus dem Landkreis Kitzingen trafen sich am Montag Nachmittag  in der Mensa des Gymnasiums Marktbreit, um Wege der Zusammenarbeit anzubahnen bzw. bereits vorhandene Formen der Kooperation weiterzuentwickeln. Ziel der Veranstaltung war, den Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen im Fachbereich Englisch  für die Kinder zu erleichtern und zu optimieren.
Den hohen Stellenwert, den der Themenbereich „Übergänge gestalten“ an der genannten Schnittstelle einnimmt, konnte man auch an den Anwesenden erkennen. Neben der Initiatorin dieser Fortbildung,  Schulamtsdirektorin Irma Amrehn (Schulamt Kitzingen), waren auch der Ministerialbeauftragte der Gymnasien, Herr Rudi Schmitt und der Ministerialbeauftrage der Realschulen Herr Johann Seitz erschienen.

Eröffnung
Nachdem Frau Monika Rahner aus dem Gymnasium Marktbreit alle Teilnehmer in ihrem Hause herzlich begrüßt hatte, stimmte Frau Schulamtsdirektorin Irma Amrehn auf den Nachmittag ein. Sie stellte kurz eine der Leitlinien der Regierung von Unterfranken vor, die Übergänge von einer Bildungseinrichtung zur anderen unterstützen und erleichtern will. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung sollte der Übergang von der Grundschule an weiterführende Schulen, speziell im Fachbereich Englisch stehen. Dazu, so Frau Amrehn, wurden „Kleeblätter“ entwickelt.   Sie bestehen aus je einer Lehrkraft der unterschiedlichen  Schularten. Sie planen und gestalten miteinander in ihren Schulen den „optimalen“ Übergang. Ziel dieser Veranstaltung sei es, so Frau Amrehn, „neue Kleeblätter sprießen zu lassen“.

„Sich informieren - voneinander lernen“

Für ein Gelingen des optimalen Englischübergangs sind Menschen, die sich dafür interessieren und engagieren, unabdingbar. „Betroffene müssen zu Beteiligten werden“ fordert Frau Amrehn: „Auch Eltern sollten in die Gestaltung miteinbezogen werden. Um die Idee zu verwirklichen müssen alle Beteiligten mehr voneinander wissen und voneinander lernen“.
Diese Forderungen konnten die Referenten, alle Teil eines „Kleeblattes“, nur unterstreichen. Frau Alexandra Sauer, die derzeit als Grundschullehrerin mit einigen Stunden am Gymnasium Marktbreit eigesetzt ist, erlebt hautnah die massiven Veränderungen, denen Grundschüler beim Wechsel ins Gymnasium ausgesetzt sind. „Das Wohlfühlen in der neuen Umgebung“ könne nur durch gegenseitiges Informieren bewirkt werden, so Frau Sauer, und sie berichtete über eine bereits fruchtbare Kommunikation vor Ort.
Während der Ausführungen von Frau Heidecker (Grundschule Marktbreit) und Frau Beutler (Hauptschule Marktbreit), die kurz den Lehrplan ihrer Schulart umrissen, wurde klar, wie wenig die unterschiedlichen Schularten voneinander  wissen.
Deutlich forderte an dieser Stelle Herr Seitz, Ministerialbeauftragter der Realschulen, mehr Absprachen und stellte fest, dass gerade die Anforderungen der Realschulen bei anderen Schularten relativ unbekannt sind.

Beispiele der Zusammenarbeit

Das Gymnasium Marktbreit wurde nicht zufällig als Fortbildungsort ausgewählt. Beherbergt es nicht ein Projekt, das sich bereits über das gesamte Schuljahr erstreckt. „Roboter“ heißt es und besteht aus einer Kooperation der Grundschule Marktbreit (4. Klasse) mit der 9. Jgst. des Gymnasiums. Unter Anleitung der „Großen“ erschaffen und programmieren die „Kleinen“ Roboter.  Dabei spielt u.a. auch Englisch vor allem bei der Programmierung eine Rolle.
Herr Harald Mott, Lehrer dieses Gymnasiums, nimmt darüber hinaus jedes Jahr Grundschulkinder, die ins Gymnasium wechseln wollen, einen Vormittag mit in den Unterricht seiner 5. Klasse. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule können so besonders auch Englisch hautnah erleben und ihr Wissen dahingehend einschätzen.
Einen großen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung und Information leistet der Einsatz von Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern an Realschulen und Gymnasien. Weiterführende Schulen erhalten so einen Einblick in die Arbeit der Grundschule. „Diese Erfahrungen sollen auch in die Grundschule zurückfließen“ hofft Herr Rudi Schmitt, MB Gymnasien. „Das Projekt `Grundschullehrer/innen an Gymnasien´ soll fortgeführt, Hospitationswünsche sollen noch mehr berücksichtigt werden.“ Mit diesen Worten unterstützt Herr Schmitt eine nachhaltige Zusammenarbeit.

Persönlicher Austausch und gemeinsame Planung
Ausreichend Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen hatten die engagierten Lehrkräfte anschließend in Gesprächsrunden. Gemeinsam wurden Wege zur Kooperation zwischen den verschiedenen Schularten gesucht und bereits erste Treffen und Termine vereinbart.


Ideen mit vereinbarten Terminen:

-    Lehrer/innen der Realschule besuchen das Gymnasium (Hospitationen)
-    Lehrwerksvergleich Grundschule – Gymnasium
-    Elterninfoabend für weiterführende Schulen auch mit Englischinhalten versehen
-    Besuch der Grundschüler an ihrer weiterführenden Schule in Englisch
-    Englische Weihnachtsfeier in der Grundschule – 5. Klasse besucht „alte“ Schule
-    Jährliches Treffen der 3./4.-Klasslehrer mit den 5.-Klasslehrern der
      entsprechenden weiterführenden Schulen
-    Grundschulkinder besuchen engl. Theatervorführung am Gymnasium
-    Lehrerhospitationen Grundschule -Gymnasium (gegenseitig)
-    Anträge auf neues Lehrwerk am Gymnasium (Aufbau in Anlehnung an GS)


Mit vielen Ideen im Gepäck können die Teilnehmer nun ans Werk gehen, um gemeinsam Hürden und Vorurteile abzubauen und  mit kreativen Ideen den Übergang in Englisch zu gestalten.                                     Andrea Lorey

zurück zum Anfang und zu weiteren Links