Welche Aufgaben hat eine Schulrätin?
Besuch des Grundschulseminars Würzburg/Kitzingen
unter der Seminarleitung von Monika Schüssler
Volksschule Sommerach (Grundschule), 8. Dezember 2009
Im Rahmen eines Seminartages des Grundschulseminars der Seminarrektorin Monika Schüssler besuchte Schulamtsdirektorin Irma Amrehn vom Staatlichen Schulamt im Landkreis Kitzingen die jungen Lehramtsanwärterinnen Anfang Dezember 2009, um sie selbst und ihre Arbeit in den Grundschulen in Würzburg Stadt/Land sowie im Schulamtsbezirk Kitzingen kennen zu lernen.
Nach einer Unterrichtsmitschau bei der Lehramtsanwärterin Barbara Giesen in der 2. Klasse stellten sich die angehenden Lehrerinnen persönlich vor und beschrieben ihren Einsatz an den verschiedenen Grundschulen. Dementsprechend erläuterte Irma Amrehn die Arbeit der Schulaufsicht am Beispiel des eigenen Alltags, wobei sich der Bogen von den Verwaltungsaufgaben über die Betreuung der Grund- und Hauptschulen bis hin zur Planung der lokalen Lehrerfortbildung spannt. Eigene Schwerpunkte wie die innere Schulentwicklung mit der dazugehörenden Evaluation sowie die Gestaltung von Übergängen in der Schullaufbahn der Kinder wurden ausführlicher dargestellt.
Insbesondere die Kooperation von Grundschulen mit weiterführenden Schulen wie den Hauptschulen, den Realschulen und den Gymnasium sind im Fokus der pädagogischen Arbeit des Schulamts Kitzingen. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen mit Übergängen zwischen Kindergarten und Grundschule und anschließend in die weiterführenden Schulen wurden die Lehramtsanwärterinnen informiert über die im Regierungsbezirk Unterfranken bereits etablierten Strukturen und den kontinuierlich stattfindenden Projekten. Frau Amrehn regte sie an, trotz der intensiven Vorbereitung auf die 2. Lehramtsprüfung den Blick über den Zaun der Grundschule nicht aus den Augen zu verlieren. In der 3. Klasse beginnen die verpflichtenden Veranstaltungen zur erweiterten Übertrittsphase; die Kooperation mit den anderen Schularten ist für alle Bildungsauftrag.
Ideen und Vorschläge zur kindgerechten Gestaltung der Übergänge wurden schließlich von den Lehramtsanwärterinnen formuliert und hiermit allen Unterrichtenden zur Anregung zur Verfügung gestellt:
- Zum Abbau der Hemmschwelle sowie von Ängsten sollten nicht nur Besuche von Kindergartenkindern in der Grundschule, sondern ebenso von Grundschülern in weiterführenden Schulen stattfinden.
- Ein Zusammentreffen der Lehrkräfte nach dem 1. Schuljahr und auch noch einmal nach der 5. Klasse ermöglicht einen nachhaltigen Austausch.
- Gegenseitige Unterrichtshospitationen z.B. im Englischunterricht ebenso wie Informationen an die Eltern sind ein wesentlicher Schritt der Zusammenarbeit.
- Ein großes Anliegen war die folgerichtige Weiterführung der Methodik an den weiterführenden Schulen.
- Gemeinsame Aktionen wie Wandertage, Theaterbesuche, Feste feiern Briefe schreiben u.v.m. bringen Kinder und Erzieher bzw. Lehrkräfte zusammen.
- Bereits während des Studiums für das Lehramt an Grundschulen sollte es Pflicht sein, im Kindergarten sowie in Haupt- und Realschule, im Gymnasium Praktika zu absolvieren, um eigene Erfahrungen zu sammeln.
- Um Verständnis für die jeweils andere Schulart zu entwickeln, wurde die Anregung zur vernetzten Lehrerbildung gegeben.
- Schließlich wurde eine längere, gemeinsame Grundschulzeit angesprochen bzw. die flexible Gestaltung angeregt. Dem entspricht passt das von der Stiftung Bildungspakt Bayern ausgeschriebene Projekt der „Flexiblen Grundschule“
(s. unter www.bildungspakt-bayern.de)
Mut zur Umsetzung der Ideen und zur aktiven Mitarbeit bei der Gestaltung von Übergängen wurde den jungen Lehrkräften mit auf den Weg gegeben, denn
„Zum Wandel ist nur der bereit, der ihn selbst mitgestalten kann.“
Kitzingen, 15.12.2009
Irma Amrehn
Schulamtsdirektorin
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